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financial and economic issues, making and saving money

Artikel: Warum erfolgreiche Prognosen einfach und unsicher sind

The trouble with free elections is that you never know how they are going to to turn out.
(Vyacheslav Molotov, 1954, see Wikiquote)

 

 

Hansjörg Neth, Wolfgang Gaissmaier

Warum erfolgreiche Prognosen einfach und unsicher sind

Von der Wahl des richtigen Werkzeugs für Wähler und die Wahlforschung

Aus der Einleitung:  Für Entscheidungswissenschaftler sind Wahlen – ungeachtet aller Warnungen – ein großartiges und größenwahnsinniges Experiment. Während wir sonst das Entscheidungsverhalten von Individuen und Gruppen in kontrollierten Laborsituationen erforschen, werden bei Wahlen die Meinungen von Millionen Menschen über mehrere Monate systematisch manipuliert und dann ein bundesweites Aggregat ihrer Mehrfachauswahlentscheidungen gebildet, das die Zusammensetzung von Parlament und Regierung und damit die Politik der nächsten Jahre determiniert. Auch wenn das Experiment ethisch nicht unbedenklich und seine Aussagekraft in Ermangelung einer Kontrollgruppe erheblich eingeschränkt ist, finden sich auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene viele Elemente wieder, deren Mechanismen wir im mikroskopischen Maßstab aus unseren Studien kennen.

Artikel: Die Intelligenz einfacher Entscheidungsregeln

Mors certa, vita incerta.
(Philip K. Dick, 1968)

 

Wolfgang Gaissmaier, Hansjörg Neth

Die Intelligenz einfacher Entscheidungsregeln in einer ungewissen Welt

Fazit:  Unsere Welt mag sicher oder unsicher sein, aber wird immer eine ungewisse bleiben. Wir sollten uns von der Illusion ihrer umfassenden Berechen- und Kontrollierbarkeit verabschieden, ohne deswegen in Angststarre zu verfallen.  Denn gute Entscheidungen sind dennoch möglich und beruhen auf einer angemessenen Einschätzung unserer Ausgangslage:  Je berechenbarer eine Situation ist („Risiko“), desto mehr brauchen wir statistisches Denken und komplexe Modelle; je unberechenbarer eine Situation ist („Ungewissheit“), desto mehr brauchen wir einfache Heuristiken, einschlägige Erfahrung und Vertrauen auf Intuition (vgl. Abbildung 1).  Dabei handelt es sich bei Risiko und Ungewissheit um Pole eines Kontinuums, so dass es sich bei den meisten Situationen um einen Zwischenzustand handeln dürfte. Die Kunst des guten Entscheidens besteht darin, zu wissen, wo auf diesem Kontinuum wir uns befinden, um das jeweils passende Entscheidungswerkzeug geschickt auszuwählen und gezielt zum Einsatz zu bringen.  Und sie erfordert den Mut, Entscheidungen nicht zu verschieben oder zu vermeiden, sondern sie beherzt zu treffen und die Verantwortung für ihre Konsequenzen zu tragen.

Paper: Heuristics for financial regulation

It simply wasn’t true that a world with almost perfect information
was very similar to one in which there was perfect information.
J. E. Stiglitz (2010). Freefall: America, free markets,
and the sinking of the world economy, p. 243

 

 


Hansjörg Neth, Björn Meder, Amit Kothiyal, Gerd Gigerenzer

Homo heuristicus in the financial world: From risk management to managing uncertainty

Abstract: What — if anything — can psychology and decision science contribute to risk management in financial institutions? The turmoils of recent economic crises undermine the assumptions of classical economic models and threaten to dethrone Homo oeconomicus, who aims to make decisions by weighing and integrating all available information. But rather than proposing to replace the rational actor model with some notion of biased, fundamentally flawed and irrational agents, we advocate the alternative notion of Homo heuristicus, who uses simple, but ecologically rational strategies to make sound and robust decisions. Based on the conceptual distinction between risky and uncertain environments this paper presents theoretical and empirical evidence that boundedly rational agents prefer simple heuristics over more flexible models. We provide examples of successful heuristics, explain when and why heuristics work well, and illustrate these insights with a fast and frugal decision tree that helps to identify fragile banks.  We conclude that all members of the financial community will benefit from simpler and more transparent products and regulations.

Artikel: Warum Controller auf Heuristiken setzen sollten

Hansjörg Neth

Warum Controller auf Heuristiken setzen sollten

Abstract:  Datenintensive und immer detailliertere Analysen sind nicht immer die richtige Antwort auf die zunehmende Komplexität in der Unternehmenssteuerung. Unter Unsicherheit sind einfache Heuristiken, nach denen wir Informationen selektieren oder ignorieren, oft zielführender. Der mündige Controller verharrt nicht in den rationalen Reflexen des Homo oeconomicus. Er entstammt der Spezies des Homo heuristicus.